Auch im Leipziger Stadtteil Wahren gibt es eine Menge Dinge zu entdecken, so wie die alte Fabrik der Rauchwarenfärberei und Pelzzurichterei Theodor Kniesche, welche sich in unmittelbarer Nähe des Wellenwerkes befindet. Und wieder einmal wurde beeindruckend demonstriert, wie man alte Industriebauten aus wieder rekultivieren und neuen Platz für Wohnraum schaffen kann. Direkt am Fluß Weiße Elster entstanden hier aus den ehemaligen Werkshallen die Wendischen Höfe. Doch nun etwas zur Geschichte der Rauchwafenfabrik Kniesche.

Industriebauten im Stadtteil Wahren – die alte Rauchwarenfabrik Kniesche an der Weißen Elster wurde längst modernisiert und es entstand Wohnraum

Schon im Jahr 1865 ist aus den Akten zu entnehmen, dass sich auf dem Grundstück ein Wohnhaus mit einem Stall befindet. Kurz vor Ende des 19.ten Jahrhunderts ist eine Frau Namens Henriette Mirus 1897 Besitzerin des Grundstücks. Schon ein Jahr später gründet der Lindenauer Fabrikant Theodor Kniesche mit seinen beiden Söhnen eine Fabrik für die Rauchwarenfärberei und Zurichterei und siedelt sich in Wahren an. Noch im selben Jahr reicht dieser Pläne für eine Fabrik am Ufer der Weißen Elster ein. Hervorzuheben hierbei ist allerdings, dass der Entwurf vom Architekten und Baumeister des Völkerschlachtdenkmals Clemens Thieme stammte.

viele Gebäude sind vo der alten Pelzzurichterei Kniesche in Wahren übrig geblieben und wurden modernisiert, auch der Schornstein
viele Gebäude sind vo der alten Pelzzurichterei Kniesche in Wahren übrig geblieben und wurden modernisiert, auch der Schornstein

Der Standort erwies sich auf Grund des hohen Wasserverbrauchs für die Produktion sehr gut. Somit entstand eine ganze Fabrikanlage aus gelben Klinkern, welche aus Beucha kamen. Auch das große Hauptgebäude direkt am Fluß mit einem Parterre und 3 Geschossen besteht aus diesen. Zur gesamten Industrieanlage gehören ausserdem Gebäude wie das Kessel- sowie Maschinenhaus mit Dampfschornstein und einem Stallgebäude mit Hausmannswohnung, welche kurz danach entstanden. Übrigens wurde der benötigte Sand für die Gebäude aus dem Gebiet des heutigen Auensees entnommen, der sich gleich nebenan befindet. Auch eine Dampfmaschine von MAN gab es als Energiequelle ab 1906 auf dem Areal. Mit dem Tod des Unternehmers 1907 ging das Unternehmen an die Söhne.

ehemalige Industrtiebauten im Stadtteil Wahren - hier die Rauchwaren-Fabrik Kniesche dierkt an der Weißen Elster am Auensee
ehemalige Industrtiebauten im Stadtteil Wahren – hier die Rauchwaren-Fabrik Kniesche dierkt an der Weißen Elster am Auensee

Im Jahr 1910 wird ein Anbau mit 2 Etagen errichtet, welcher durch den Architekten Paul Augustin projektiert wurde und auch noch heute besteht. Das Unternehmen bleibt bis 1982 in Familienbesitz, wobei zu DDR Zeiten die staatliche Beteiligung ab 1965 nicht verhindert werden konnte. Ein Verfall der Gebäude setzte unter der Pacht der HO ein, nachdem der letzte Eigentümer Dr. Theodor Knirsche das Anwesen 1982 dem Staat schenkte. Im Jahr 2004 entwickelte die Firma BEWACON Immobilien GmbH das Konzept der heutigen Wendischen Höfe, welche 2014 fertig gestellt wurden. Somit konnten eine ganze Menge Gebäude der ehemaligen Industriebauten neben dem Haupthaus und dem Schornstein erhalten werden. Das Fachwerkhaus am Anfang des Areals datiert sogar auf den Anfang des 19.ten Jahrhunderts.

ehemalige Rauchwarenfärberei und Pelzzurichterei Theodor Kniesche in Wahren
ehemalige Rauchwarenfärberei und Pelzzurichterei Theodor Kniesche in Wahren

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