ehem. Fabrikhallen der Werkzeugmaschinenfabrik Ernst Schumann in Engelsdorf

Im heutigen Leipzig Stadtteil Engelsdorf, der erst seit 1999 zur Messestadt gehört, wurde schon zur Jahrhundertwende 1900 Geschichte geschrieben, zumindest eine, die das Viertel etwas geprägt hat. An der jetzigen Herzberger Straße 2 befinden sich noch heute die Werkhallen der damaligen Werkzeugmaschinenfabrik von Ernst Schumann und wenn man es genau sagen möchte, ist das Unternehmen unter einem anderen Namen noch heute am Markt aktiv.

ehemalige Bürogebäude der Bohrmaschinenfabrik von Ernst Schumann in Engelsdorf - Sommerfeld
ehemalige Bürogebäude der Bohrmaschinenfabrik von Ernst Schumann in Engelsdorf – Sommerfeld

Die Geschichte der Firma beginnt schon im Jahr 1893, als der damals 29 Jahre alte Ernst Schumann ein Schmiede übernimmt und zwar diese seines Vaters. Zu dieser Zeit hieß der jetzige Stadtteil noch Sommerfeld und war eine eigene Gemeinde, welche 1923 mit Engelsdorf zusammen kam. Ernst interessierte sich für Technik sowie Arbeitsweise und so kam es, dass er Zubehörteile für Drehbänke herstellte. Erst einige Jahre später gründete er 1901 sein eigenes Unternehmen in eben jenem Ortsteil und spezialisierte sich auf die Produktion von Bohrmaschinen. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte allerdings etwas später 1916, die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft im Januar 1928. Bis 1937 verlassen 15.000 Maschinen, bzw. Bohrmaschinen das Werk.

ehem. Fabrikhallen der Werkzeugmaschinenfabrik Ernst Schumann in Engelsdorf
ehem. Fabrikhallen der Werkzeugmaschinenfabrik Ernst Schumann in Engelsdorf

Nach dem 2.ten Weltkrieg wird das Unternehmen aufgrund des Volksentscheides enteignet und 1947 in Treuhandverwaltung übergeben. Im darauffolgenden Jahr wird die Firma verstaatlicht und firmiert ab jetzt unter dem Namen VEB Bohrmaschinenfabrik Engelsdorf. Auch in diesem Zeitraum werden wiederum bis zum Ende der 50.iger Jahre Werkzeug- sowie Bohrmaschinen gefertigt. Später produzierte man als Sondermaschinen- und Vorrichtungsbau Engelsdorf Geräte für die Elektrokeramik. Nach der politischen Wende kommt 1993 die Privatisierung durch die Firma Autefa und damit die einhergehende Produktionsumstellung. Gefertigt werden ab da Anlagen für Weinflaschenhandling oder auch Palettieranlagen. Als auch dieser Konzern im Jahr 2003 zahlungsunfähig wird, erwirbt man den Betrieb und gründet diesen als SME Sondermaschinenbau Engelsdorf GmbH neu. Heute befindet sich nur ein Teil des damaligen Werksgeländes in der Hand des Betriebes und andere kleine Firmen sind in den ursprünglichen Bauten beheimatet.

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