Villa Polz - Bläserhaus im Leipziger Waldstrassenviertel

Das sogenannte Bläserhaus ist ein Gebäude der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und befindet sich an der Ecke Grassistrasse / Wächterstrasse. Die Geschichte dieses Gebäudes im Musikviertel der Stadt begann als Villa des Druckereibesitzers Waldemar Polz und reicht bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück.

das sogenannte Bläserhaus der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy
das sogenannte Bläserhaus der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy

Bau und Geschichte des Hauses

Dem Bauvorhaben des Verlegers und Druckereibesitzers Edmund Waldemar Polz an der Ecke Wächter- bzw. Grassistrasse wurde 25. März 1897 durch den städtischen Baukommissar Haubold statt gegeben. Schon im Dezember des selben Jahres wurde der Rohbau fertig gestellt. Polz ließ die Villa für sich und seine Ehefrau erbauen. Das Gebäude, welches im Stil des Historismus errichtet wurde, war 1898 fertiggestellt. Für den Bau lagen Entwürfe des stadtbekannten Architektenbüros Schmidt und Johlige zu Grunde, welche auch den Königsbau am Augutstusplatz projektierten.

ehemalige Villa Polz im Waldstrassenviertel - seit 2011 das Bläserhaus der HMT Leipzig
ehemalige Villa Polz im Waldstrassenviertel – seit 2011 das Bläserhaus der HMT Leipzig

Schon 16 Jahre später ließ Polz das Grundstück im August 1915 auf seine Ehefrau Anna Polz umschreiben, wobei diese es 1924 zur Verwaltung an die Leipziger Immobiliengesellschaft – Bank für Grundbesitz Aktiengesellschaft übergab. Noch im selben Jahr erwarb es der Fabrikbesitzer Ferdinand Beykirch und 10 Jahre später zur die Villa Polz zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben. Im November 1934 wurde erwarb die Sparkasse Leipzig das ganze Anwesen im Zuge einer Versteigerung für nur 100.000 Reichsmark, wobei der Schätzwert 202.800 Reichsmark weit darüber lag.

Leider fehlen Informationen über das Gebäude für die nächsten Jahre, denn erst ein Bericht aus 1952 sagt, dass die Staatliche Hochschule für Musik Leipzig seit dem 1. Januar 1951 der Rechtsträger des Anwesens Grassistraße 1 im Sinne eines Eigentums des Volkes sei. Durch den 2.ten Weltkrieg entstanden erhebliche Schäden in und an der Villa, welche beseitigt werden mussten. Ab 1955 wurden 29.000 DM in die Aussensanierung gesteckt, in den Jahren 1962 sowie 1963 kam es zu Sanierungen im Haus. Leider konnten mit den vorhandenen Mitteln nur die nötigsten Dinge instand gesetzt werden, sodass 1985 auf Grund durchgefaulter Trägerbalken schon über Einsturzgefahr gesprochen wurde.

Villa Polz - Bläserhaus im Leipziger Waldstrassenviertel
Villa Polz – Bläserhaus im Leipziger Waldstrassenviertel

Nach der politischen Wende ging das Grundstück in den Besitz des Freistaates Sachsen über und konnte gerettet werden. In den Jahren 2006 bis 2011 flossen ungefähr 2,5 Millionen Euro in die Sanierung, wobei hierbei eine denkmalpflegerische Grundsanierung sowie Umbaumaßnahmen statt fanden. Seit 2011 kann das sogenannte „Bläserhaus“ mit verschiedenen Übungs- und Unterrichtsräumen wieder vollkommen als Wirkungsstätte der Hochschule für Musik und Theater genutzt werden.

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