Wenn es um Mahn- sowie Denkmäler, hat die Messestadt so einiges zu bieten. Die einen sind jünger, die anderen älter. Dieses hier namens Demokratieglocke oder auch Goldenes Ei genannt, befindet sich erst seit dem Jahr 2009 auf dem Augustusplatz zwischen Oper und dem Gewandhaus. Trotzdem soll es an eine Zeit erinnern, als die Menschen noch zahlreich auf die Straße gegangen sind, um für eine bestimmte Sache zu kämpfen, nämlich für die Freiheit. Da diese nunmal ein entscheidender, jedoch fehlender Bestandteil der DDR war, steht diese Glocke für die friedliche Revolution.

2009 eingeweihte Glocke der Demokratie zwischen Oper und Gewandhaus
2009 eingeweihte Glocke der Demokratie zwischen Oper und Gewandhaus

Schon im Jahr 2007 trat das deutsche Gießereinetzwerk an den damaligen Regierungspräsidenten Walter Christian Steinbach mit der Idee heran, der Stadt zur Erinnerung an die Volkserhebung im Herbst 1989, eine Glocke der Demokratie zu spenden. Ein Jahr später nahm dieser das Angebot an und es folgte ein Künstlerwettbewerb. Jenen gewann der deutsche Künstler Via Lewandowsky aus Berlin mit dem Entwurf eines Glockenkörpers samt eingebautem Schlagwerk. Für Kosten von 82.100 Euro wurde das 1,5 Meter hohe Denkmal aus polierter Bronze in der Kunstgießerei Lauchhammer im August 2009 mit einem Gewicht von 1,5 Tonnen gegossen.

Bronzetafel mit den Unterstützern vor der Demokratieglocke, die an die friedliche Revolution erinnern soll
Bronzetafel mit den Unterstützern vor der Demokratieglocke, die an die friedliche Revolution erinnern soll

Das darin befindliche Schlagwerk wurde durch das Unternehmen Uhrentechnik Schnabel aus Klinga gefertigt. Am 9. Oktober 2009, dem 20.tigsten Jahrestag der Montagsdemonstration, wurde das Kunstwerk an der heutigen Stelle im Beisein von Regierungspräsidenten, Oberbürgermeister Burkhard Jung sowie dem Künstler selbst eingeweiht und übergeben. Umrandet wird sie von einem Granitring mit Inschrift, in die ein Haiku des Dresdner Lyrikers Durs Grünbein graviert wurde. Darin zu lesen ist folgender Satz.

  • Demokratie ist – in unendlicher Nähe – längst sichtbar als Kunst

Das Schlagwerk im Inneren des Denkmales schlägt an allen anderen Tagen zwischen 8 und 20 Uhr nach einem Zufallsprinzip sowie stündlich mit bis zu zwölf Schlägen. 12 mal schlägt die Glocke an jedem Montag um 18.35 Uhr. Auf der davor befindlichen in die Erde eingelassenen Bronzetafel werden die Förderer und Stifter wie zum Beispiel das ostdeutsche Gießereinetzwerkerk erwähnt. Somit soll sich jeder, der an diesem Mahnmal vorbei geht, an die entscheidende Montagsdemonstration in der Messestadt entsinnen, mit der das Ende der Deutschen Demokratischen Republik eingeleitet wurde.

Mitte des Jahres 2018 wurde die Kreation offenbar Opfer von Vandalismus und mit schwarzer Farbe übergossen, glänzte jedoch wieder zum erneuten Jahrestag. Übrigens konnte man über die Bezeichnung „Goldenes Ei“ wahrhaftig schmunzeln, als die Bunte Strick Guerilla (BSG) der Stadt 2013 aus dem Denkmal ein bestricktes Küken in der Osterzeit machte.

Demokratieglocke am Augustusplatz
Demokratieglocke am Augustusplatz

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