Im Gegensatz zum Leipziger Industrieviertel Plagwitz gibt es im Stadtteil Lindenau eher weniger Industriebauten aus der alten Zeit. In der Aurelienstraße 68 sowie 70, welches hingegen an Plagwitz angrenzt, gibt es doch einige alte Gebäude aus der Zeit der Industrialisierung in der Stadt. Die einstigen Objekte der damaligen Maschinenfabrik Kohlbach & Co. haben noch heute Bestand und sind längst zu neuem exklusivem Wohnraum umgestaltet worden.

ehem. Maschinenfabrik Kohlbach & Co. - neuer Wohnraum in der Aurelienstraße 70
ehem. Maschinenfabrik Kohlbach & Co. – neuer Wohnraum in der Aurelienstraße 70

Gegründet wurde das Unternehmen schon im Jahr 1904 durch den Färbereidirektor Wilhelm Frieß sowie Kaufmann Eduard Weingärtner, wobei der Kaufmann Curt Kohlbach und der Kaufmann Eduard Weingärtner als alleinige Gesellschafter eingetragen waren. Erst 2 Jahre später wurde die Firma unter dem Namen Kohlbach & Co. GmbH im März 1906 in das Handelsregister eingetragen. Hergestellt wurden mit einem Stammkapital von 30.000 Mark Bronzier-, Linier- und Anilinldruckmaschinen, also Geräte für den Druckereibedarf. Hierfür wurden Patente in Frankreich, Großbritannien, Kanada sowie den USA erworben. Der Firmensitz befand sich um 1912 in der Lindenauer Aurelienstraße, wobei die typischen Klinkergebäude schon um 1905 errichtet wurden, wahrscheinlich durch das Unternehmen selbst. 1917 wurde Frieß Geschäftsführer und gemeinsam mit Eduard Weingärtner zum vertretungsberechtigten Gesellschafter. Nach Auflösung der GmbH im Jahr 1919 wurde das Geschäft als offene Handelsgesellschaft fortgeführt. 136 Mitarbeiter konnte das Unternehmen 1928 vorweisen und Durch Tod und Ausstieg der beiden 1936 traten der bisherige Kommanditist Horst Frieß sowie Fritz Steinmetz an ihre Stelle.

einst Maschinenfabrik für Druckereimaschinen in der Lindenauer Aurelienstraße 68 und 70 - umgebaut zu attraktivem Wohnraum
einst Maschinenfabrik für Druckereimaschinen in der Lindenauer Aurelienstraße 68 und 70 – umgebaut zu attraktivem Wohnraum

Während noch in der Zeit des 2.ten Weltkrieges 1944 rund 227 beschäftigt waren, wurde das Unternehmen nach dem Volksentscheid 1946 enteignet und im Juni 1948 rechtskräftig verstaatlicht. Nasch der Umbenennung in Polygraph Kohlbach & Co.- VEB, Betrieb der VVB Polygraph Radebeul wurde der Betrieb im Jahr 1951 dem VEB Buchbindereimaschinenwerk Leipzig angegliedert. Nach der Wende kam der Leerstand und erst viele Jahre danach wurden die Gebäude restauriert. Direkt am Karl-Heine-Kanal gelegen bilden diese einen attraktiven Wohnraum und wurden in „Aurelienhof“ umbenannt.

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