ehem. Dietzold-Werke Leipzig Leutzsch

Die ehemaligen Dietzold-Werke im Leipziger Stadtteil Leutzsch befinden sich in der Franz-Flemming-Straße und wurden als Fabrik zur Metallverarbeitung genutzt.

ehem. Dietzold-Werke Leipzig Leutzsch
ehem. Dietzold-Werke Leipzig Leutzsch

Jeder, der sich durch den Stadtteil Leutzsch bewegt, dem wird ein altes Industriegebäude mit der Aufschrift „Dietzold“ aufgefallen sein. Auch mir ging es so und ich habe mich im Netz auf die Spur gemacht, um herauszufinden, was das hier einmal war.

Geschichte der Dietzolt-Werke

Ich bin also fündig geworden und kann jetzt hier berichten, was denn einmal war.
Das Fabrikgebäude mit der Klinkerfassade wurde im Jahr 1905 nach Plänen des Leipziger Architekten Emil Franz Hänsel für die Metallwarenfarbrik des damaligen Unternehmers J. Arthur Dietzold errichtet.

Hergestellt wurden hier Dinge wie Nägel, Stacheldraht oder auch Schrauben, aber auch Springfedern und Kellerfenstergewebe. Zunächst wurde das Gebäude nur mit einem Flachdach sowie 4 Stockwerken errichtet, ab dem Jahr 1910 wird ein Dachstuhl aufgesetzt und somit konnten weitere Räume genutzt werden.

Auch der noch heute bestehende Dachgiebel mit der Aufschrift stammt aus der eben genannten Zeit. Schon 2 Jahre später zog 1912 eine Kürschnerei in die Fabrikhalle ein, welche Tierfelle zu Pelzbekleidung verarbeitete.

In einem alten Briefkopf von damals ist sogar die Rede von der „größten Spezialfabrik in Pelzkonfektions- und Kürschnerei- Artikeln aller Art“.

Wenig später gehören auch Elektroschallgeräte zu den Dingen, die hier produziert werden.

Dietzold Werke von der Merseburger Strasse aus im März 2019
Dietzold Werke von der Merseburger Strasse aus im März 2019

Die Fabrik zu DDR Zeiten und heute

Ab dem Jahr 1969 wurden die Dietzold Werke zum Mitteldeutschen Maiswerk eingegliedert und waren ab 1974 eine Außenstelle des „VEB Maiswerk Zerbst“.
Kurz nach der Wende wurde es ruhig im Fabrikgebäude und das ehemalige Werk verfällt zusehends. Sogar einen Brand im Juli 2010, bei dem der Dachstuhl kontrolliert abbrennt, muss die alte Produktionsstätte ertragen.

Erst drei Jahre später kauft der Investor Mathias Mahnke für 185.000 Euro mit einer Vision das Objekt an der Franz-Flemming-Straße Nummer 9. Zusammen mit dem Verein „Haushalten“, welcher sich sonst um die Vermittlung von Wächterhäusern an Zwischenmieter kümmert, wird ein Konzept erarbeitet.

In die ehemalige und leerstehende Dietzoldsche Fabrik sollen Ateliers, eine Galerie, Restaurant sowie Künstler verschiedener Art einziehen. Dafür soll das Gebäude Stück für Stück saniert sowie die Sanitäranlagen erneuert werden. Jedoch soll der Charakter des schönen Altbaus erhalten bleiben.

Auf dem Dach soll es neben einem überdachten Teil mit einer Glasfassade sowie einer Dachterasse ebenso eine Fläche für Veranstaltungen geben.

Erste Erfolge werden sichtbar

Schon 2015 zogen die ersten Künstler ein, seit 2017 waren immerhin 13 hier im ehemaligen Industriebetrieb ansässig und mit großer Sicherheit werden dies nicht die letzten sein, welche dem alten Gemäuer neues Leben einhauchen. Auch die Pilotenküche, ein Team aus Künstlern, ist seit 2018 hier beheimatet und lädt regelmässig zu Ausstellungen seiner Künstler.

Quelle.
http://www.leipziger-industriekultur.de/dietzold-werke
https://www.ff5zehn.com/wp-content/uploads/2016/08/LVZ-Galerie-ff15_03.05.2017.pdf
beide zuletzt besucht am 27.01.2019

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