Wünschmanns-Hof am Dittrichring 18-20

Gerade in der Leipziger Altstadt gibt es neben dem Alten Rathaus noch viele andere alte Gebäude und Sehenswürdigkeiten zu entdecken, die der Stadt den persönlichen Stempel aufdrücken. Auch das Geschäftshaus Wünschmanns-Hof am Rande der Innenstadt ist eines von denen, welche leider nur wenig beachtet werden. Dabei kann gerade dieses Tolle Gebäude am Dittrichring 18 – 20 eine wunderbare Geschichte von seinem Architekten erzählen, welcher sich mit diesem Haus selbst ein Denkmal gesetzt hat.

Errichtet als Wohn- und Geschäftsgebäude - Wünschmanns-Hof in der Innenstadt nur wenige Schritte vom Lipisa-Brunnen entfernt
Errichtet als Wohn- und Geschäftsgebäude – Wünschmanns-Hof in der Innenstadt nur wenige Schritte vom Lipsia-Brunnen entfernt

Als der Architekt Georg Wünschmann im Jahr 1908 den Auftrag zur Errichtung eines Geschäftshauses gab, welches auf einem U-förmigen Grundriss entstehen sollte, war er zu jener Zeit kein unbekannter. Hatte Wünschmann doch schon das Palmengartenwehr oder auch die Verwaltungsgebäude am Mockauer Flughafen projektiert. Für dieses aus 4 Häusern bestehende Bauwerk hier in der Innenstadt musste erst einmal Platz geschaffen, besser gesagt 1906 einige ältere Gebäude abgerissen werden. Zum Bau selbst wurde für die Aushubarbeiten das Unternehmen Höltzsch & Sohn und Fa. Ohme & Bechert zum Mauern beauftragt. Überwacht wurde das ganze durch den Bauleiter Bruno Perl. Fahrbare Kranmasten wurden zur Arbeitserleichterung und zur Beförderung der Rohstoffe verwendet. In den Jahren 1908 sowie 1909 wurde das freistehende Wohn- und Geschäftshaus mit 5 Geschossen im Stil des Neobarock errichtet. Ganz Markant für die Leipziger Baukunst sind die mehrgeschossigen Erker an den Fassaden sowie der dreiachsige Mittelerker an der Fassade zum Dittrichring.

Wünschmanns Hof wurde 1808 und 1809 nach Plänen des Architekten Georg Wünschmann erbaut
Wünschmanns Hof wurde 1808 und 1809 nach Plänen des Architekten Georg Wünschmann erbaut

Ein Einbau der Fahrstühle erfolgte im Jahr 1909 durch die Firma Unruh & Liebig. Während sich in den Obergeschossen Wohnraum befand, war das erste Obergeschoss s mit Praxisräumen einer Privatklinik bestückt. Ein Weingeschäft war ab 1926 und später ab 1938 das Postamt 13 im Haus beheimatet. Im Jahr 1932 wurde für die Firma Gebr. Grotrian-Steinweg Flügel Ltd London, welche eine Niederlassung in der Stadt betrieb, ein Vortragssaal mit 200 Plätzen im Untergeschoss eingerichtet, welche allerdings 1945 durch den Architekten Alfred Große umgestaltet wurde. Auch den 2.ten Weltkrieg überstand das Gebäude nur mit Schäden aus 1943, während der Wiederaufbau ab 1959 statt fand. Zu DDR Zeiten war um 1965 die Konsumverkaufsstelle „Möbelhaus“ im Haus beheimatet, wobei schon 10 Jahre vorher der Bauantrag für ein Kleinkalibergewehr-Schießstand zum Zweck der Ausbildung einging. Auch andere Umbauten seitens der Mieter sorgten für die Abkehr historischer Strukturen im Haus. Erst nach der politischen Wende sorgte eine Sanierung und Renovierung 1995 bis 1997 für frischen Wind im jetzt unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, welches ab dieser Zeit größtenteils nur noch als Bürogebäude diente. Auch wenn es sich hierbei um keinen typischen Durchhof handelt, gehört es trotz seiner Bezeichnung zu eines der Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Wünschmanns-Hof am Dittrichring 18-20
Wünschmanns-Hof am Dittrichring 18-20

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