Der Name "Triumphator" steht für 60 Jahre Produktion von mechanischen Rechenmaschinen, seit 1920 in Mölkau

Im Leipziger Stadtteil Mölkau gibt es neben dem Rathaus oder Rittergut auch viel geschichtlich informative Gebäude. Dieses hier befindet sich direkt an der Sommerfelder Strasse 120 und ist Bestandteil einer ehemaligen Fabrikanlage, welche sich 60 Jahre lang auf die Produktion von mechanischen Rechenmaschinen spezialisierte. Um genau zu sein handelt es sich dabei um das Triumphator-Werk, wie sich auch schon am Namen ablesen lässt.

Triumphator Werk im Leipziger Stadtteil Mölkau
Triumphator Werk im Stadtteil Mölkau

Gründung und Geschichte

Dieses Unternehmen bestimmte die Herstellung von Rechenmaschinen im 19.ten Jahrhundert wie keine andere in Deutschland. Selbst bis in die graue DDR Zeit rettete sich die Firma, von der dieser Trakt noch heute besteht. Die Gründung des Unternehmens fand im Jahr 1900 unter dem Namen „Leipziger Röhrenwerke GmbH“ im heutigen Stadtteil Lausen statt. Schon 4 Jahre später zog man in die Lindenauer Aurelienstrasse. Offenbar war die Herstellung von Elektronenröhren wohl weniger ergebnisreich und man schwenkte schon 3 Jahre später auf die Fertigung von Rechenmaschinen mit dem Sprossenradprinzip um.

Dies gelang wohl erfolgreicher als das vorherige Produkt und somit änderte sich der Firmenname im Jahr 1907 und 1909 wiederum in „Triumphatorwerk GmbH“. 1920 zog das Unternehmen mit rund 120 Beschäftigten endgültig von Lausen nach Mölkau in die Gebäude der ehemaligen Pianofrabrik der Gebrüder Zimmermann. Kurz vor Kriegsbeginn wandelte sich der Unternehmensname noch einmal in „Triumphator-Werk Heer & Co“. Durch die Umstellung auf Kriegsproduktion wurden ein drittel des Werkes schon damals zerstört.

Der Name "Triumphator" steht für 60 Jahre Produktion von mechanischen Rechenmaschinen, seit 1920 in Mölkau
Der Name Triumphator steht für 60 Jahre Produktion von mechanischen Rechenmaschinen, seit 1920 hier in Mölkau

Nach dem 2.ten Weltkrieg wurde das Werk, welches zu diesem Zeitpunkt 150 Beschäftigte hatte, zu DDR Zeiten in „VEB Triumphator-Werk Rechenmaschinenfabrik Mölkau“ umbenannt. Bis in das Jahr 1963 wurde die Fertigung mechanischer Rechenmaschinen an diesem Ort beibehalten, wobei kurze Zeit später auf die Umstellung elektronischer Technik gesetzt wurde. Insgesamt wurden in 60 Jahren 380.000 dieser Rechenmaschinen hergestellt, wobei 270.000 allein nach dem zweiten Weltkrieg produziert wurden.

1969 erfolgte die Eingliederung an die VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt als „Werk 3“. Der Anschluß an das Kombinat Robotron erfolgte erst im Jahr 1978. Mit dem Ende der DDR waren auch für Robotron keine guten Zeiten beschieden. Kurz nach der Wende erfolgte die Privatisierung und die Produktion stand still. Die noch bestehenden Gebäude, in denen heute verschiedene Firmen beheimatet sind, wurden um 1920 erbaut und nach der Wende renoviert.

die letzten Bestandteile der "Triumphator-Werke" in Leipzig Mölkau
die letzten Bestandteile der „Triumphator-Werke“ in Leipzig Mölkau

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