ehem. Centralapotheke im Thomaskirchhof - jetzt Apothekenmuseum

In der Leipziger Innenstadt sind neben den vielen neu gebauten Gebäuden eben auch einige aus der alten Zeit geblieben, die nicht bei den Luftangriffen oder später durch Umbauten in der DDR zerstört wurden. Gerade diese, so wie das des heutigen Sächsischen Apothekenmuseums, machen natürlich den Charme des Zentrums aus. Jenes historisch bedeutsame Bauwerk befindet sich übrigens im Thomaskirchhof 12 und zwar genau Visavis der gleichnamigen Thomaskirche samt Bachs Statue. Natürlich haben alle 3 eine lange sowie aufregende Geschichte zu erzählen, doch jetzt geht es um den Hintergrund dieses Gebäudes.

Bei einer Durchsuchung der am Markt befindlichen Engel-Apotheke im Jahr 1824 wurden verschiedene homöopathische Heilmittel gefunden, wobei jener Besitzer ein Fan vom Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann war. Obwohl schon ein Jahr darauf kein Apotheker der Stadt mehr Medikamente dieser Art verkaufen durfte, wollte man auf Einkünfte dieser natürlich nicht verzichten. Dafür erwarben die 3 größten Apotheker der Stadt 1836 das gesamte Lager des verstorbenen Apothekers Otto in Rötha von dessen Erben an homöopathischen Mitteln. Zum Noch im gleichen Jahr wurde die Officin als homöopathische Dispensieranstalt in einem Seitenflügel des Gebäudes im Thomaskirchhof 12 eröffnet, welche ab 1851 „Homöopathische Dispensieranstalt der vereinigten Apotheker zu Leipzig“ hieß. Im Juli 1863 übernahm Willmar Schwabe die den Dienst als Administrator und Verwalter des Geschäftes, der allerdings 1871 eine eigene Apotheke öffnete und 1878 das Geschäft im Thomaskirchhof erwarb. Diese hieß ab dann Homöopathische Central-Apotheke Dr. Willmar Schwabe.

ehem. Centralapotheke im Thomaskirchhof - jetzt Apothekenmuseum
ehem. Centralapotheke im Thomaskirchhof – jetzt Apothekenmuseum

Übrigens wurde das Gebäude im Jahr 1842 im Stil des Klassizismus errichtet, wobei es im Kern viel älter sein dürfte. Die Nachkommen Schwabes, dem auch die gleichnamige Villa gehörte, führten die Apotheke bis zur Übergabe an Max Sauer 1932 weiter, wobei das Haus selbst in ihrem Besitz blieb. In reinem Privatbesitz wurde das Geschäft jedoch bis 1951 geführt und an den Staat verkauft. Schon zu DDR Zeiten wurde im Obergeschoss ein kleines Museum für Arzneimittelkunde eingerichtet, welches dann durch den Sächsischen Apothekerverband vergrößert und 1999 neu eröffnet wurde. Für den Interessierten sind neben historischen Geräten auch viele andere Zeugnisse der Apothekengeschichte zu sehen.

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