In und um die Messestadt Leipzig befinden sich noch einige historische Windmühlen aus der alten Epoche, welche sehr sehenswert sind. Hier im Ortsteil Lindenthal, der 1999 eingemeindet wurde, befindet sich noch ein solch alter Turmholländer. Diese alte Mühle, welche sich „An der Hufschmiede 10“ befindet, kann auf eine mehr als 100 jährige Historie zurückblicken. Mit etwas Glück hat man die Möglichkeit einer Besichtigung, da dieses herrliche Stück Geschichte bereits liebevoll restauriert und zu Wohnraum umgebaut wurde.

Turmholländerwindmühle in Lindenthal
Turmholländerwindmühle in Lindenthal

Jene Geschichte begann schon im Jahr 1892, als ein Antrag zur Errichtung einer massive Mühle, anstatt der eben abgebrochenen Bockwindmühle zur Herstellung von Mehl und anderem gestellt wurde. Offenbar stand schon vorher an selber Stelle ein ähnliches Gebäude, welches von Wohnhaus, Stallungen sowie einer Scheune umgeben war. Noch im Oktober des gleichen Jahres 1892 wurde der heutige Backsteinbau einer Schlussbesichtigung durch Beamte unterzogen. Mehr als 100 Jahre betrieb die Bäckerfamilie Eschenhorn den Turmholländer, wobei sich die Flügel bis 1948 durch Windkraft und bis 1960 durch einen Motor angetrieben wurden. 1948 wurde das Gebäude im Auftrag der Familie nochmals durch Ernst Rennert aufgestockt. Nach dieser Zeit wurde es wahrscheinlich sehr still in und um das historische Mahlwerk, welche dem Verfall preisgegeben wurde. Im Auftrag der Eschenhorns wurden 2000 jegliche Bauwerke auf dem Grundstück abgerissen, sodaß nur noch die Mühle an sich stehen blieb. Eine Wende kam erst im Jahr 2011, als sich Familie Reinhold dem alten Backsteinbau an nahm. In diesem Moment war das Objekt aussen als Tarnung noch schwarz angestrichen, um einem Bombenabwurf im 2.ten Weltkrieg zu entkommen.

Windmühle im Ortsteil Lindenthal
Windmühle im Ortsteil Lindenthal

Allein dafür wurde das Bauwerk für ein halbes Jahr eingerüstet. Ganze 2 Jahre steckte Familie Reinhold nach der Entkernung neben viel Schweiß auch eine ganze Menge Geld in die Mühle, welche im Juli 2013 wieder in altem Glanz erstrahlte. Hierfür mussten ausser den über 100 Jahre alten Dielen sowie Treppen auch die alten Balken restaurierte werden. Für die Restaurierung konnte der Mühlenbauer Martin Wernicke aus dem nahegelegenen Kyhna als Experte gewonnen werden. Das Kernstück der Anlage bildet die Technik mit dem Kammrad in der oberen Etage, welches 225 neue Zähne bekommen hat und durch die 9 Meter langen Ruten angetrieben wird. Durch die doppelte Windrose kann die Haube sogar in den Wind gedreht werden. Nach einer Terminabsprache führt die Familie laut Webseite auch Besichtigungen unter Aufsicht durch.

Lindenthaler Windmühle
Lindenthaler Windmühle

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