In der Leipziger Innenstadt tummeln sich an vielen Plätzen Denkmäler einiger bekannter Gesichter der Stadt. So wie dieses hier für den einstigen Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz, welches sich direkt im Innenhof der städtischen Universität befindet, kurz um im Campus. Jenes soll wie eben beschrieben an den damaligen Mathematiker, Philosophen, Physiker, Politiker und Diplomaten erinnern, der 1646 in unseren schönen Messestadt geboren wurde und hier ebenfalls die Universität besuchte. Auch dieses Denkmal gehört wie das Alte Rathaus am Markt zu den Sehenswürdigkeiten und hat jedoch eine wechselvolle Geschichte, denn es musste mehrfach den Standort wechseln, um endlich an diesem hier anzukommen.

Denkmal für den gelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz
Denkmal für den gelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz

Aufgrund der großen Bekanntheit gab es schon in den 1840iger Jahren, lange nach seinem Tod, Ideen für ein Ehrenmal des Gelehrten. Ganz besonders setzte sich der Mathematiker Moritz Wilhelm Dorisch dafür ein, wobei noch während dessen Lebzeiten im Juni 1846 ein Aufruf durch Stadtrat sowie den Akademischem Senat der Universität erlassen wurde, ein Denkmal für Leibnitz aus freiwilligen Beiträgen zu errichten. Nachdem genug Rücklagen gebildet waren, wurde der aus Dresden stammende Bildhauer Ernst Hähnel wurde mit dem Auftrag betraut und begann mit der Fertigung im Jahr 1881 und ließ das jenes durch die Kunstgießerei Lenz in Nürnberg herstellen.

Geschaffen wurde eine überlebensgroße Bronzestatue, welche sich auf einem quadratischen ebenfalls bronzenen Postament befindet. An diesem sind 4 Tafeln angebracht, die alle vier Fakultäten der Universität als Frauengestalten darstellen.

Postament mit den 4 Tafeln - Aufschrift Gottfried Wilhelm Leibniz - hier die Philosophie
Postament mit den 4 Tafeln – Aufschrift Gottfried Wilhelm Leibniz – hier die Philosophie
  • die allegorische Darstellung der Medizin auf der rechten Seite zeigt eine trinkende Äskulapnatter aus einer Schale, jene dient den Medizinern und Ärzten als Symboltier

  • auf der Vorderseite sieht man die Philosophie, welche als Spiegel und Attribut der Selbsterkenntnis dient, wobei die Eule als das der Gelehrsamkeit und des Wissens nützen soll

  • auf der Hinterseite ist die Theologie mit Kreuz und aufgeschlagener Bibel abgebildet

  • ein Gesetzesbuch, auf dem eine Waage abgebildet ist, zeigt die sogenannte Jurisprudenz auf der linken Seite des Postaments

Bei näherem Hinsehen kann man auf der vorderen Tafel „GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ.“ und über der hinteren „Errichtet im Jahre 1883.“, lesen.

Denkmal für Leibniz im sogenannten Leibnizforum
Denkmal für Leibniz im sogenannten Leibnizforum

Übrigens wird Leibniz, welcher nicht nur als einer der bedeutendsten Philosophen des 17./18. Jahrhunderts, sondern auch sowie als wichtiger Vordenker der Aufklärung gilt, nicht als Jugendlicher, sondern als gestandener Mann, auf dem Sockel dargestellt.

Im Jahr 1883 wurde das Denkmal am 25. Oktober auf dem Thomaskirchhof eingeweiht, wobei es nach 13 Jahren einem anderen weichen musste. Noch bevor das durch Carl Seffner geschaffene Bachdenkmal 1908 seinen Platz dort fand, musste Hähnels Schöpfung schon 2 Jahre vorher, 1906 dort weg. Also wurde ein Umzug in den Paulinerhof der Universität vollzogen, doch auch hier stand es nach der Bombennacht des 4. Dezember 1943 recht einsam da, denn um jenes herum nicht mehr allzu viele Gebäude blieben. Gottseidank konnte man es noch vor der Sprengung der angrenzenden Universitätskirche St. Pauli entfernen und an einem anderen Ort deponieren. Bevor das Leibnitzdenkmal bzw. die Statue im Jahr 2008 seinen jetzigen Platz im Leibnizforum fand, musste es ab 1977 zwischen Hörsaalbau und Moritzbastei stehen.

Leibnizdenkmal im Innenhof des Uni-Campus
Leibnizdenkmal im Innenhof des Uni-Campus

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