Auf dem alten Sommerfelder Areal, welches seit 1923 zu Engelsdorf gehört, befindet sich noch heute die gleichnamige und jetzt zu Leipzig gehörende Kirche. Diese war anfänglich die Filialkirche des Panitzscher Gotteshauses. Mitte des 19.ten Jahrhunderts wurde der alte romanische Sakralbau in Sommerfeld abgebrochen und nach Plänen des Architekten Ernst Wilhelm Kocher entstand 1859 eine neue Kirche im neugotischen Stil. Für diese verwendete man Beuchaer Granit (Quarzporphyr) und errichtete ein sogenanntes Zyklopenmauerwerk, welches das Gotteshaus zu einem sehr markanten Gebäude macht.

Kirche Sommerfeld am Arnoldplatz
Kirche Sommerfeld am Arnoldplatz

Um 1900 herum wurde das schlichte Kirchenhaus durch den Architekten Julius Zeißig sowie Maler Richard Schulz ausgestaltet. Dabei schuf letzterer Altarraum, den Triumphbogen sowie die Glasmalereien an den Fenstern, welche das Leben Jesu darstellen. Schon 40 Jahre später brannte das Gebäude am 20. Oktober 1943 auf Grund von Bombenangriffen bis auf die Umfassungsmauer völlig aus, welche erhalten blieb. Nach Plänen und unter Leitung des Architekten Karl Baum wurde ein neuer Dachstuhl aufgesetzt, wobei der Turm ein Notdach erhielt. In den Jahren 1952 bis 1953 wurde das Gotteshaus durch Spenden und finanzielle Unterstützung wieder aufgebaut und noch im selben Jahr wieder eingeweiht. Hierbei errichtete man statt 2 Emporen eine breite Empore auf der Westseite, auf der die Orgel platziert wurde. Nach der Wende wurde 1994 neben einer Fassadensanierung auch eine neue und vor allem höhere Turmsitze aufgesetzt.

Kirche im Stadtteil Sommerfeld - 1859 erbaut und im 2.ten Weltkrieg ausgebrannt
Kirche im Stadtteil Sommerfeld – 1859 erbaut und im 2.ten Weltkrieg ausgebrannt

Glocken

Im Turm des Baus arbeiten als Geläut 3 Glocken, wobei jene aus dem Jahr 1918 aus Gussstahl geschaffen wurde. Die beiden anderen sind Eisenhartgussglocken und stammen aus den Jahren 1920 sowie 1921.

Orgel

Die 1957 in der Sommerfelder Kirche installierte Orgel wurde im Jahr 1861 durch den bekannten Orgelbaumeister Urban Kreutzbach aus Borna erschaffen. Beim Einbau der ursprünglich für die St. Kilianskirche in Bad Lausig gebauten Orgel musste aus Platzgründen auf 5 Register verzichtet werden. Die beiden Orgelbauer Rietzsch und Balzer der Bauabteilung des Kirchenbezirkes Rochlitz/Wurzen nahmen im Jahr 1989 eine Generalreparatur vor und bauten 100 Pfeifen aus der alten Zwenkauer Urban Kreutzbach Orgel ein.

Evangelisch-Lutherische Kirche Sommerfeld am Arnoldplatz im jetzigen Stadtteil Engelsdorf
Evangelisch-Lutherische Kirche Sommerfeld am Arnoldplatz im jetzigen Stadtteil Engelsdorf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.