Im äussersten Winkel der Messestadt Leipzig befindet sich der kleine Ortsteil Hirschfeld, welcher erst im Jahr 1999 über Engelsdorf eingemeindet wurde. Und natürlich gibt es auch in diesem Teil der Stadt eine wenn auch kleine, aber feine Kirche. Diese gehört gemeinsam mit der Kirche Sommerfeld zur Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Engelsdorf-Sommerfeld-Hirschfeld. Auch wenn diese nicht gerade zu den Highlights der Stadt gehört, hat sie eine beachtliche Geschichte hinter sich.

Kirche im Stadtteil Hirschfeld - errichtet im 13.ten Jahrhundert
Kirche im Stadtteil Hirschfeld – errichtet im 13.ten Jahrhundert

Schon am Anfang des 13.ten Jahrhunderts muss der vordere Teil des Gotteshauses neben dem Turm sowie der Apsis bestanden haben, da man zumindest in diesem Bereich noch alte Mauernischen zum Hinterlegen der Kerzen oder auch Bücher finden kann. Neben diesen sind ebenso noch die beiden alten Kästen für die Abendmahlsgeräte, welche mit einem Gitter versehene sind, vorhanden. Der romanische Bau diente Menschen über Jahrhunderte als Schutzraum. Das Sakrarium, welches oftmals Anwendung für das Taufwasser findet, ist auch noch gut erkennbar. Etliche Zeit später wurde der Turm aufgerissen und das Kirchenschiff angebaut, wobei eine Decke eingezogen wurde, die 2 Meter niedriger war.

Die Hirschfelder Kirche in der Hersvelder Sse 31 wurde 1721 renoviert
Die Hirschfelder Kirche in der Hersvelder Sse 31 wurde 1721 renoviert

Dies verraten noch heute die Balkenlöcher über der rechten Empore. Die Chorturmkirche in der heutigen Hersvelder Str. 31 wurde offenbar im Jahr 1721 renoviert, wobei hierbei die Südtür zugemauert und ein neuer Eingang mit Vorraum an der Westseite eingerichtet wurde. In diesem Zeitraum wurden auch die 3-seitige Empore eingezogen sowie die Fenster im Kirchenschiff vergrößert. Der Taufstein, welcher aus der romanischen Zeit entspringt, stand viele Jahre draussen und wurde im Jahr 1955 überarbeitet. Der Leipziger Architekten A. Brumme fertigte 1955 sowie 1956 den heutigen Altar und auch das Kruzifix, während der Kanzelaltar und Chorgestühl im selbigen Zeitraum wegen Baufälligkeit abgerissen werden mussten. Auch 2002 fand eine erneute Renovierung des sakralen Gebäudes statt, bei dem neben der Vergößerung des rechten Fensters die oben genannten Nischen und Sakrarium freigelegt wurden.

Kirche Hirschfeld
Kirche Hirschfeld

Glocken und Orgel

Leider mussten die Glocken aus dem Jahr 1925 durch 3 neue Bronzeglocken aus Lauchhammer ersetzt werden, wobei im Zuge dessen auch gleich ein neuer Glockenstuhl aufgebaut wurde.

Die erste Orgel, welche durch Orgelbaumeister Flemming aus Torgau gefertigt wurde, fand 1772 den Weg in die Kirche. Durch die im Jahr 1850 vorhandene Renovierungsbedürtigkeit dieser, baute Orgelbaumeister Hildebrand schon 5 Jahre später eine neue ein, welche aus dem Privatbesitz eines Herrn Wunsch aus Leipzig stammte. Bei einer kompletten Überarbeiten durch Orgelbaumeister Lindner aus Radebeul wurde jene mit einer Pedalkoppel versehen. Geblieben sind allerdings die Holzpfeiffen sowie die „Viola de Gamba“, die nun wieder aus Zinn gefertigt werden konnte.

evangelische Kirche Hirschfeld
evangelische Kirche Hirschfeld

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.