Das Gebäude mit dem wunderschönen Namen „Großer Blumenberg“, welches auch oftmals als „Großer Blumberg“ bezeichnet wird, befindet sich in der Leipziger Innenstadt direkt am Richard-Wagner-Platz 1. Und als ob es ein Zufall wäre, ist in diesem Gebäude am gleichnamigen Platz auch die Wagner Stiftung sowie das Café Wagner beheimatet. Doch über die bewegte Geschichte dieses Hauses schreibe ich in den nächsten Zeilen.

Das Haus "Großer Blumenberg" am Richard Wagner Platz wurde 1826-1832 erbaut - war damals Wohn- und Geschäftshaus
Das Haus „Großer Blumenberg“ am Richard Wagner Platz wurde 1826-1832 erbaut – war damals Wohn- und Geschäftshaus – Es beherbergt den Richard Wagner-Verband und Stiftung

Über dieses Gebäude gibt es schon einiges zu schreiben, denn schon im Jahr 1525 und später 1549 wird der Name Blumberg mit einem Eckgebäude an der Fleischergasse in Verbindung gebracht, da der Name der Besitzer so lautet. Einige Jahre später taucht der Name 1591 als „Gastwirt zum Plumberg“ auf. Als großer- sowie kleiner Blumenberg werden 2 Gebäude ab 1767 bezeichnet, nachdem der Besitzer Johann Christian Ehrlich noch ein weiteres Haus in der Großen Fleischergasse erwirbt.

Das 56 Meter lange Wohn- und Geschäftshaus mit 4 Stockwerken, welches nich heute existiert, entstand in den Jahren 1826 bis 1832 nach Plänen des damaligen Stadtbaudirektors und Architekten Albert Geutebrück, welcher auch das Königliche Palais in Leipzigs Innenstadt projektierte. Als Besonderheit ist erwähnenswert, dass es sich hierbei um eines der letzten übrig gebliebenen Gebäude im Stil des Klassizismus in der Innenstadt handelt. Der 2.te Weltkrieg ging jedoch nicht spurlos am Haus vorbei und es wurde zum Teil zerstört, wobei die Wiederherstellung in den Jahren 1961 bis 1964 erfolgte. Eine Instandsetzung der Fassade am Bauwerk fand Ende der 80.iger Jahre statt.

Großer Blumenberg am Richard-Wagner-Platz 2020
Großer Blumenberg am Richard-Wagner-Platz 2020

Auch nach der Wende wurde am Objekt gewerkelt, während es von 2001 bis 2003 einer Sanierung unterzogen wurde. Die grundlegende Sanierung fand jedoch erst 12 Jahre später statt, heute sind neben Gastronomie auch Geschäftsräume im Haus beheimatet. Weitere Bekanntheit erfuhr der Große Blumenberg durch eine Sonderbriefmarke zur Herbstmesse im Jahr 1979. Auch die bereits auf elektrischen Betrieb umgestellten Schinkel-Gasleuchten aus der Zeit um 1900 sind eine Augenweide in der Erdgeschosszone.

bekannte Gesichter im Gebäude

Als Vorgängerbau befand sich das Ranische Badehaus bis 1925 an selber Stelle, in dem bis 1776 ein Theatersaal eingerichtet war. Die zur damaligen Zeit bekannte Schauspielerin Friederike Caroline Neuber, welche auch als „Neuberin“ bekannt war, trat hier des öfteren mit ihrer Theatergruppe auf. Auch der namhafte Kaufmann und Mäzen Ferdinand Rhode bewohnte das Gebäude 2 Jahre von 1857 bis 1859. Als gastronomische Einrichtungen waren ab 1897 das „Café Ziegler“, welches später in „Café am Alten Theater“ umbenannte, im Haus beheimatet. Auch zu DDR Zeiten war ein Café mit dem Namen „Café am Brühl“ im Erdgeschoss ansässig.

Bestimmt hat der 1813 geborene Richard Wagner den Bau des Hauses mitbekommen und war vielleicht auch darin. Dennoch erinnert die gleichnamige Stiftung seit 2008 am Richard-Wagner-Platz 1 in der ersten Etage auf einer Fläche von 700 Quadratmetern an den in unserer Messestadt geborenen Komponisten.

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