Das kleine und beschauliche Städtchen Markranstädt, welches sich gleich neben Leipzig befindet, hat neben dem historischen Wasserturm und der Kirche noch einiges mehr zu bieten. Denn auch hier gibt es wie in der Messestadt noch einige Industriebauten aus der Zeit der Industrialisierung zu sehen. Das Gebäude der ehemaligen Maschinenfabrik Dr. Gaspary & Co gleicht einer Zeitreise in die alte Epoche, wobei im Mai des Jahres 2021 schon daran saniert und gewerkelt wird, um daraus Wohnraum entstehen zu lassen.

Fabriktorhaus des alten Verwaltungsgebäudes der Zementfabrik Dr. Gaspary & Co
Fabriktorhaus des alten Verwaltungsgebäudes der Zementfabrik Dr. Gaspary & Co

Schon vor der Jahrhundertwende wurde eine „Spezialmaschinenfabrik für Sandverwertung“ im Jahr 1899 gegründet, aus der das spätere Unternehmen, um das es in diesem Beitrag geht, entstand. Jenes siedelte sich direkt an der Bahnstrecke an, welche auch heute noch existent ist. Hergestellt wurden Maschinen zur Zementbearbeitung, welche in ganz Europa guten Ruf genossen. Hierbei ging es hauptsächlich um Apparate wie Beton-Mischmaschinen, aber auch Fördereinrichtungen oder Mauersteinmaschinen wurden hier gefertigt. Einen Namen machte sich das Unternehmen ebenso in der Fabrikation von Dachziegeln, wobei auch hier spezielle Gerätschaften gefertigt wurden. Das einzig noch heute vorhandene Bauwerk an der Nordstraße 8 wurde in den Jahren 1905 sowie 1906 als Verwaltungsgebäude mit angebautem Fabriktorhaus sowie dem Pförtnergebäude nach Plänen des Architekten Georg Wommer mithilfe der eigenen Erzeugnissen errichtet.

ehemalige Maschinenfabrik Dr. Gaspary & Co an der Nordstraße
ehemalige Maschinenfabrik Dr. Gaspary & Co an der Nordstraße

Die längst abgerissene große Fabrik an sich befand sich an den Gleisanlagen in unmittelbarer Nähe und war mit der Aufschrift „Dr. Caspary & Co“ das Schmuckstück des ganzen. Im Zuge der Rüstungsproduktion des 2.ten Weltkrieges fertigte man Teile für die Junkerswerke. Nach Kriegsende findet eine Fusion mit dem Unternehmen Paul Trommel aus Markranstädt statt und man geht in die Fertigung von Holzbearbeitungsmaschinen. Zu Der Zeiten stellt man unter der Firmierung VEB Hydraulik Makranstädt hydraulische Bauteile im Kombinat ORSTA-Hydraulik her. Kurz nach der politischen Wende privatisiert sich die Firma und zieht weg. Im Jahr 2021 ist nur noch das Verwaltungsgebäude vorhanden, welches längst zum Industriedenkmal geworden ist und ein Jahr vorher, 2020 durch das Immobilienunternehmen Invest Concept GmbH erworben wurde. Bis Dezember 2021 sollen nach der Sanierung in der alten Maschinenfabrik 13 Eigentumswohnungen entstehen, so stellt man sich doch neue Nutzung vor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.