Neben den vielen Leipziger Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt befinden sich in den Aussenbezirken noch viele Industriebauten aus der Zeit der Industrialisierung. Gerade der Stadtteil Plagwitz bietet dem Besucher viele alte Gebäude wie zum Beispiel die Buntgarnwerke, welche wie Bauten aus einer anderen Zeit anmuten. Auch der heutige Beitrag widmet sich einer ehemaligen Fabrik in der Markranstädter Straße, welche sich fast neben den alten Swiderski-Werken befindet. Deshalb jetzt etwas zur Geschichte der ehemaligen Drahtstiftefabrik Max Billhardt.

die ehemaligen Fabrikhallen der damaligen Drahtstifte- und Drahtwarenfabrik Max Billhardt in Plagwitz - gut zu erkennen ist der Durchgang im 1.ten Obergeschoss
die ehemaligen Fabrikhallen der damaligen Drahtstifte- und Drahtwarenfabrik Max Billhardt in Plagwitz – gut zu erkennen ist der Durchgang im 1.ten Obergeschoss

Schon im Jahr 1890 gründet der Billhardt ein eigenes Unternehmen, welches ab 1891 als Leipziger Drahtstift- und Drahtwarenfabrik Max Billhardt in der heutigen Naumburger Straße firmiert. 1905 wird das Unternehmen in eine GmbH überführt. Einige Jahre später, ab ca. 1898, zog der Betrieb in die heutige Markranstädter Straße 4, ab 1910 auch in das viergeschossige Gebäude Nummer 6, welches im Jahr 1910 erbaut wurde. Das dreigeschossige Gebäude mit der Hausnummer 4 wurde im Jahr 1908 durch den Ingenieur und Architekten Georg Sommer im Reformstil projektiert und errichtet. Beide Objekte sind über einen Durchgang im 1.ten Obergeschoss verbunden. Nach dem Tod des Inhabers 1931 und der Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft waren im Jahr 1937 immerhin 22 Angestellte bei Billhardts beschäftigt. In diesem Zeitraum wurden die Kinder und ein Enkel neben dem eigeheirateten Otto Sperhake Gesellschafter. Übrigens war die Fabrik in Plagwitz wohl nicht die einzige, da in den 1930iger Jahren auch eine Zweigstelle in Dresden bestand.

Blick in den Innenhof der Markranstädter Strasse 4 der alten Drahtstifte- und Drahtwarenfabrik, die 1959 stillgelegt wurde
Blick in den Innenhof der Markranstädter Strasse 4 der alten Drahtstifte- und Drahtwarenfabrik, die 1959 stillgelegt wurde

Der zweite Weltkrieg ging nicht am Unternehmen vorbei und zum Ende diesen waren 95 Prozent der Betriebsgebäude ausgebrannt. 1949 konnte das Unternehmen noch unter dem Eintrag Billhardt & Co. Draht- u. Eisenwaren-Großhandlung Sonderabt. Schuhbedarfs-Artikel gefunden werden. Noch einige Zeit später bemühte sich Sperhake 1956 bis 1958 ohne Ergebnis um staatliche Unterstützung, um den Verbindlichkeiten nachzukommen. Bis zur Außerbetriebnahme 1959 bestand die Firma in Ihrer Form, die Auflösung erfolgte 1960 und 7 Jahre später die Löschung. Dabei erfolgten der Verkauf und die Vermietung des Firmeninventars an benachbarte Unternehmen wie das VEB Blechverformungswerk, welches 1966 das Gelände an der Markranstädter Straße 4 kaufte. Nach der Wende erwarb Manfred Rübesam die Grundstücke, 2018 gingen diese an die CG-Gruppe. Heute ist im Industriebau mit der Hausnummer 4 der elipamanke e.V. beheimatet, im Nachbarhaus ist eine Druckerei untergekommen.

Industriebauten in Plagwitz - ehemaliges Fabrikgebäude der Drahtstiftefabrik Max Billhardt in der Markranstädter Straße 4
Industriebauten in Plagwitz – ehemaliges Fabrikgebäude der Drahtstiftefabrik Max Billhardt in der Markranstädter Straße 4

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