Eine wunderschöne Windmühle befindet sich im Leipziger Stadtteil Holzhausen. Die bereits restaurierte Bockwindmühle auf dem Steinberg hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Doch jetzt etwas zur Geschichte dieser, beziehungsweise des Vorgängerbaus.

Schon im Jahr 1890 wechselt die bereits bestehende Mühle an selber Stelle nachweislich den Besitzer. Diese fiel jedoch 1903 einem Sturm zum Opfer und war nicht mehr zu gebrauchen. Es gibt auch noch heute ein Bild aus selbigem Jahr, welches die Zerstörung zeigt.

Mühle Holzhausen um 1920/1930. Fotograf: Johannes Mühler. Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig.
Mühle um 1920/1930. Fotograf: Johannes Mühler – Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Schon 1904 konnte eine Mühle, übrigens die jetzige, organisiert werden, um die Müllersfamilie nicht der Existenz zu berauben. Also kam eine Bockwindmühle aus Dreiskau an der Gösel auf den damaligen Steinberg und der Mahlbetrieb ging schnell weiter. Der damalige Müller Hermann Grimmer verstirbt 1917 und sein Sohn übernimmt den Betrieb. Dieser baut 1932 einen Dieselmotor in die Mühle ein, in der seit ca. 1928 das Mehl anstatt gemahlen nur noch geschrotet wird.

Bockwindmühle auf dem Steinberg Leipzig Holzhausen
Bockwindmühle auf dem Steinberg in Holzhausen heute

10 Jahre später wird eine Motormühle auf dem Gelände errichtet, welche effizienter arbeitet. 1950 beendet die Bockwindmühle endgültig ihre Arbeit, während auch die Quetsche sowie der Schrotgang in die Motormühle eingebaut werden. Während 1977 auch der Betrieb der Motormühle eingestellt und in Holzhausen kein Getreide mehr gemahlen wird, verfällt die Windmühle zusehends. 1958 wird diese unter Schutz gestellt und ist seit 1983 sogar ein Denkmal.

Fotografie "Am Wegrand nach Holzhausen" von Johannes Müller - Datum unbekannt - Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Fotografie „Am Wegrand nach Holzhausen“ von Johannes Müller – Datum unbekannt – Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Schon kurz vor der Wende wird eine Sanierung angestrebt, diese wird jedoch in geringem Maße ausgeführt. 1992 schaut sich ein Mühlenbaumeister das Gebäude an und veranschlagt Aufwendungen von 45.000 DM, welche zu einem Drittel vom sächsischen Staat bezuschußt werden. Dennoch kann die Eigentümerin den Rest nicht aufbringen. Erst der Heimatverein Holzhausen e.V. bittet 1997 um Unterstützung und bekommt diese. Ab 1998 wurde die Bockwindmühle auf dem Steinberg an der Stötteritzer Landstraße denkmalgerecht restauriert und erstrahlt seither wieder im alten Glanz.

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