Bismarckturm auf dem Wurzener Wachtelberg in Dehnitz

Über ganz Deutschland verteilen sich die Gedenkstätten an den damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck. Angesichts seiner hohen Popularität in der damaligen Zeit kann man an vielen Orten die sogenannten Bimarcktürme finden. Jenen Bismarckturm im Leipziger Stadtteil Hänichen kennen die meisten schon, doch auch hier in der Ringelnatz Stadt Wurzen befindet sich im Ortsteil Dehnitz ein wenig ausserhalb der Innenstadt gelegen ein weiterer Vertreter dieser Gattung. Dieser wunderschöne Turm wurde auf dem höchsten Punkt der Stadt auf dem Wachtelberg im Naturschutzgebiet Mühlbachtal errichtet und kann ebenso wie seine Artgenossen eine bewegende Geschichte erzählen.

Der Wurzener Bismarckturm befindet sich im Naturschutzgebiet Wachtelberg-Mühlbachtal und ist rund 20 Meter hoch
Der Wurzener Bismarckturm befindet sich im Naturschutzgebiet Wachtelberg-Mühlbachtal und ist rund 20 Meter hoch

Diese Geschichte wird schon ab dem Jahr 1901, als der Bau eines solchen Bauwerks im April selben Jahres angeregt wurde. Auch das passende Grundstück und zwar auf dem Wachtelberg in Dehnitz, wurde schnell gefunden und erworben. Die Grundsteinlegung erfolgte am 30.07.1908 und die Einweihung fand schon ein Jahr später am 01. April 1909 statt. Errichtet wurde der Turm nach Plänen des Architekten Wilhelm Kreis, welcher mit seinem Wettbewerbsentwurf „Götterdämmerung“ nach Ausschreibung den Zuschlag bekam. Für Gesamtkosten von 21.000 Mark, welche aus Fonds, Spenden und einem Volksfest gesammelt wurden, konnte das Bauwerk aus Lüptitzer Quarzporphyr und Bruchsandstein erbaut werden. Allein der Wachtelberg besitzt eine Höhe von 148,5 Metern, der Bismarckturm ragt noch rund weitere 20 Meter hinaus. Die Mauern im Eingangsbereich umfassen eine Weite von 4 Meter mal 3 Meter und sind rechteckig gehalten. Darüber befindet sich der 12 Meter hohe Mittelschaft, auf dem sich eine Aussichtsplattform befindet. Die weiter oben befindliche Plattform in 15 Metern Höhe wird von der Feuerschale bekrönt, welche einen Umfang von 2 Metern misst und rund 1100 Kilogramm wiegt.

Bismarckturm Wurzen auf dem Wachtelberg
Bismarckturm Wurzen auf dem Wachtelberg

Die erste Befeuerung des Turms mit Öl fand am Tag der Einweihung statt, an der viele Besucher teilnahmen. Bevor das Denkmal einige Kriegsschäden bei einem Gefecht im April 1945 verkraften musste, ging der Turm 1911 in das Eigentum Wurzens über. Auf Grund der Schäden sollte dieser 2 Jahre später 1947 gesprengt werden, konnte jedoch nicht nur durch eine Umbenennung in „Wachtelbergturm“ gerettet werden. Die ersten Sanierungsmaßnahmen wurden 1954 durchgeführt, wobei 1974 schon wieder eine Sprengung vorgesehen war. Durch den Einsatz des Naturschützers Klaus Zeibig, der aus Wurzen stammte, konnte dies verhindert werden. Bei der Sanierung des Turmkopfes 1978 fand eine Aufstockung auf 19,40 Meter statt, dabei wurde auch die im Krieg zerstörte Holztreppe durch eine neue aus Stahl ersetzt. Eine neue Wetterfahne für das Dach wurde 1979 durch einen Mundschmied gefertigt und aufgesetzt. Die lang ersehnte Öffnung für Besucher fand am 6. Oktober 1984 statt, während dieser bis in das Jahr 2004 von 50.000 Besuchern erklommen wurde. Weitere Sanierungen folgten kurz nach der Wende 1992/1993 sowie 2008. Als Ausflugsziel ist der Turm beliebt und bei gutem Wetter kann man bis 40 Kilometer weit schauen. Auch im Turm gibt es einiges zu sehen, denn eine Ausstellung zu seiner 100-jährigen Geschichte und zur Flora des Landschaftsschutzgebietes „Mittlere Mulde“ ist dort dauerhaft zu besichtigen.

Bismarckturm auf dem Wurzener Wachtelberg in Dehnitz
Bismarckturm auf dem Wurzener Wachtelberg in Dehnitz

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