Bergkirche Beucha auf dem Kirchberg

Die Bergkirche Beucha gehört mit großer Sicherheit zu den Sehenswürdigkeiten im Leipziger Umland. Denn hier im Brandiser Ortsteil Beucha steht eine Wehrkirche, die Ihres gleichen sucht und ein ganz besonderes Kleinod in dieser Gegend ist.

Bergkirche Beucha in Brandis
Bergkirche Beucha in Brandis

Auf einer Höhe von 147 Metern befindet sich ein unter Denkmalschutz stehender Sakralbau, welcher auf einer Zunge aus Granitporphyr steht. Denn schon seit dem 15. Jahrhundert wird der Steinbruch betrieben, der seit 1958 mit Wasser gefüllt wurde. Übrig geblieben ist die Bergkirche, welche von den letzten Jahren mehr und mehr zum beliebten Fotomodell avancierte.

Geschichte der Bergkirche Beucha

Schon in den Jahrhunderten zwischen 1000 sowie 1200 gab es auf dem heutigen Kirchberg, bevor die Region missioniert wurde, eine slawische Kultstätte. Jedoch schon einige Jahre späte wird das heutige Beucha 1284 als „Bichin“ erstmals urkundlich erwähnt und auch eine Wehrkirche wird in dieser Zeit genannt. Der älteste Teil der Kirche, die Sakristei, stammt wohl auf Grund der roten Rankenbemalung im Turm aus diesem Zeitraum.

Rund 100 Jahre später sind die Hussiten im Dorf und richten großen Schaden an. Sie brennen selbiges plus die Kirche nieder. Beides wird wieder aufgebaut, so auch die heutige Bergkirche. Hierfür wird nach Westen ein kleines Kirchenschiff an den Turm angefügt. Auch die Reformation macht vor Beucha nicht hat und somit ist auch die Kirche im Jahr 1529 davon betroffen. Übrigens ist, da die Reformation ein wichtiges Ereignis war, diese Zahl auch in der Wetterfahne wieder zu finden.

In diesem Zeitraum entsteht auch der kontinuierliche Kirchbruch nicht nur an dieser Stelle Sachsens, auch anderer Orts wird abgebaut. Für die Dauer der Völkerschlacht 1813 dient der Kirchberg sogar als Ausguck. Ausserdem wird zum Leidwesen des damaligen Pfarrers rauben die Kosaken die Pfarrei  völlig aus und stehlen dazu noch das Abendmahlsgerät.

Wehrkirche auf dem Berg in Beucha
Wehrkirche auf dem Berg in Beucha

Kirche soll abgerissen werden und 2.ter Weltkrieg

Das wohl schlimmste Szenario verhinderte der damalige Pfarrer Eduard Stephani, welcher als Pfarrer der Wehrkirche sowie derer in Zweenfurth tätig war. Denn Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Bestrebungen, die Kirche abreißen zu lassen. Zur Erweiterung des Steinbruchs sollte der Kirchberg verkauft werden, Stephani hingegen setzte sich zur Wehr und rettete die Kirche. Ihm zu Ehren befindet sich seine Grabstätte am Eingang. Überhaupt muss man, wenn man heutzutage auf den Kirchberg möchte, durch den Tortunnel des alten Wasserturms laufen.

Im Jahr 1847 wird das Kirchenschiff abgerissen und im selben sowie darauffolgenden Jahr 1848 ein neues erbaut, welches das alte um Weiten übertrifft. Hierzu gibt es ebenso ein Zeichen, welches sich auf der anderen Seite der Wetterfahne als Jahresziffer befindet.

Auch der 2.te Weltkrieg brachte der Wehr- und Bergkirche keine Segen und somit werden 1945 die Orgel sowie das Dach stark beschädigt. Kurz nach dem Krieg erfolgte nur die notdürftige Sicherung und zu DDR-Zeiten bestand entweder kein Interesse oder keine finanzieller Backround, um die Kirche zu retten, da diese 1989 sogar wegen Baufälligkeit gesperrt werden musste. 1958 wurde der Steinbruch still gelegt und mit Wasser gefüllt, sodaß das Endergebnis jetzt zu sehen ist. Nämlich eine Kirche auf einem Bergsporn, welche von 3 Seiten mit dem kühlen Nass umgeben ist.

Erst kurz danach fanden von 1989 bis in das Jahr 1997 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen statt. Dabei wurde auch die Farbgestaltung sowie Inneneinrichtung entsprechend um das 1900 Jahrhundert wiederhergestellt. Am 31.10.1997, dem Tag der Reformation, wurde die Wiedereinweihung gefeiert.

die Bergkirche am Steinbruch in Beucha ist ein beliebtes Fotoziel
die Bergkirche am Steinbruch in Beucha ist ein beliebtes Fotoziel

Ausstattung, Orgel und Glocken

Natürlich möchte ich es nicht verpassen, auch ein paar Informationen über die Ausstattung loszuwerden, wenn auch in einer Kurzfassung.
Im Inneren befindet sich eine dreiseitige Empore, welche mit Ornamenten und goldgerandeten Feldern verziert ist. Im Altarraum dürfen Taufstein und Lesepult natürlich nicht fehlen.

Und auch wenn man denken könnte, dass die Kirche, da sie auf einem so exklusiven Platz steht, von Reichtum geprägt ist, ist dem leider nicht so. Denn im eher schlicht gehaltenen Sakralbau befindet sich eine Schmeißer-Orgel, welche 1931 gefertigt wurde. Auch diese konnte nach 17 Jahren Zwangspause erst 2006 wieder ihren Dienst aufnehmen, da die Instandsetzung doch eine gewisse Zeit dauerte.

Die 3 Bronzeglocken, welche im Inneren der Bergkirche Beucha arbeiten, haben auch schon einige Zeit auf dem Buckel. Die älteste der drei stammt aus dem 15.ten Jahrhundert, wobei der Gießer leider unbekannt ist. Die zweitälteste Glocke aus 1646 kam aus Leipzig und wurde von Georg Schesler gefertigt. Die jüngste Glocke des Geläuts stammt aus 2008.

Wehrkirche auf dem Bergsporn in Brandis
Wehrkirche auf dem Bergsporn in Brandis

Quelle.
http://www.stadtkirche-brandis.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Bergkirche_Beucha

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