Das Bebel-Liebknecht-Haus in Borsdorf

Ein weiteres wirklich geschichtsträchtiges Gebäude befindet sich am östlichen Rand von Leipzig an in Borsdorf. Im sogenannten Bebel-Liebknecht-Haus, welches sich in der Leipziger Strasse Nummer 1 befindet, lebten wie dem Namen schon zu entnehmen ist, August Bebel sowie Wilhelm Liebknecht von 1881 bis 1890 lang.

Das Bebel-Liebknecht-Haus in Borsdorf, hier lebten Wilhelm Liebknecht und August Bebel
Das Bebel-Liebknecht-Haus in Borsdorf

Geschichte Bebel-Liebknecht-Haus

Zum Gebäude an sich gibt es leider nicht viel zu sagen. Es wurde gegen 1800 erbaut. Das Gebäude verfügt über 2 Geschosse sowie ein flaches Walmdach. Dennoch wird gerade diesem Haus eine personen- und zeitgeschichtliche Bedeutung zugesprochen, da eben diese beiden Persönlichkeiten darin lebten.

Warum lebten August Bebel und Wilhelm Liebknecht überhaupt in diesem Haus

Diese beiden hochrangigen SPD-Funktionäre plus 31 weitere wurden aus Leipzig ausgewiesen, da zu dieser Zeit das „Sozialistengesetz“ von 1878 sowie der „Kleine Belagerungszustand“ mit dem Ziel, der illegal wirkenden Sozialdemokratie zu nehmen, herrschte.

Als Bebel und Liebknecht 1881 in Borsdorf ankamen, suchten beide ein Quartier. Doch dies war nicht so einfach und der erste Vermieter, ein Schneidermeister, merkte schnell, wen er sich ins Haus geholt hatte.
Also wurde weiter gesucht, bis August Bebel für beide eben dieses oben genannte Haus mit heutigem Namen.
Hierzu schrieb Bebel im Jahr 1900.
„Liebknecht bekam in einem anderen Hause ein einfenstriges Zimmer, in dem er zeitweilig mit seiner Familie bis zum Herbst des nächsten Jahres hauste, wo ich in Borsdorf Quartier machte und nun ein Haus entdeckte, in dem wir beide auskömmliche, wenn auch ärmlich ausgestattete Räume mieten konnte. Dort hat Liebknecht bis zu seiner Übersiedlung nach Berlin, September 1890, gewohnt.“

Liebknechts Ehefrau blieb mit den Kindern, ebenso Karl Liebknecht, in Leipzig, da diese dort weiterhin zur Schule gingen. Nur an den Wochenenden sowie in den Ferien war die Familie mit 7 Personen in 4 Betten und 2 Zimmern in diesem damals verfallenen Landhaus.
Hierzu schrieb Natalie Liebknecht, die Ehefrau Liebknechts.
„Park und Wald, beides unserer Wohnung gegenüber, gehört sozusagen uns, denn außer an Sonntagen verliert sich selten jemand bis dahin, und so sind wir darin unser eigner Herr. Wir lesen, schreiben und arbeiten, die Kinder spielen, niemand stört uns“.

Währenddessen besuchten andere Sozialdemokraten an den Sonn- und Feiertagen das Haus in der Leipziger Str. 1 in Borsdorf, um illegale und geheime Versammlungen mit Liebknecht und Bebel abzuhalten. Von 1881 bis in das Jahr 1890 lebten beide in diesem Gebäude.

Gedenktafel am Haus an Wilhelm Liebknecht und August Bebel
Gedenktafel am Haus an Wilhelm Liebknecht und August Bebel

Ehrung mit der Gedenktafel am Haus

30 Jahre nach dem Tod Liebknechts und 15 Jahre nach Bebels Beerdigung weihte die SPD 1930 mit einem großen Fest sowie einem Aufmarsch von 6000 Sozialdemokraten eine Gedenktafel am Haus in Borsdorf für eben diese beiden hohen SPD-Funktionäre ein. 

Diese fand allerdings in der Zeit der Nationalsozialisten nur wenig wenig Bedeutung und wurde abgehängt, jedoch am 1.Mai im Jahr 1946 wieder angebracht.
Ab 1990 wurde es ruhig um das bedeutsame Gebäude, in dem die einstigen Größen lebten. Keiner fand sich, um das Haus zu sanieren. Erst im Jahr 2005 kaufte ein Antiquitätenhändler das Haus und sanierte es unter allen Bedingungen des Denkmalschutzes.
Währenddessen hängt die Gedenktafel an Liebknecht und Bebel als Zeitzeuge weiterhin am Haus.

gefunden bei.
Wikipedia infos zum Bebel-Liebknecht-Haus in Borsdorf
https://dwbvdotorg.files.wordpress.com/2017/09/w2017_8_borsdorfbeuchanaunhof5.pdf

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