Paulaner Palais in der Klostergasse 3 und 5

Mitten im Herzen der Messestadt Leipzig steht sich nur wenige Schritte vom Alten Rathaus entfernt eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt, welches zu den Sehenswürdigkeiten gehört und noch aus der Zeit des Spätbarocks erhalten geblieben ist. Wobei man hier zwischen 2 Gebäuden differenzieren muss, die erst vor einigen Jahren zu einem gemeinsamen zusammengefasst worden sind. In der Klostergasse 5 befindet sich das Gebäude „Altes Kloster“, welches auch als „Becksches Haus“ bekannt war. Das Nachbarhaus mit der Hausnummer 3 wurde erst etwas später errichtet und dennoch haben beide Bauten ihre ganz eigene Historie und Geschichte.

Paulaner Palais mit Freisitz in der Innenstadt - im Sommer nutzt das Kabarett Academixer den Innenhof
Paulaner Palais mit Freisitz in der Innenstadt – im Sommer nutzt das Kabarett Academixer den Innenhof

Altes Kloster

Noch bevor das Gebäude in der Klostergasse erbaut wurde, war das Gelände bis zu seiner Säkularisation im Jahr 1541 Standort des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Thomas und zwar schon seit frühem 13. Jahrhundert. Kurz danach erwarb die Stadt einige Teile des Geländes und der ließ den Ratsherrn Georg Scherl einige Bauten errichten, welche ab dem 17.ten Jahrhundert schon als „Kloster“ bezeichnet wurden. Der Händler Gottlieb Beck eignete sich diese im Jahr 1750 an und ließ sich in den Jahre 1753 bis 1755 das heutige Gebäude erbauen. Federführend hierfür war der bekannte Baumeister George Werner, der gemeinsam mit dem Zimmermann Johann Leopold Müller das Gebäude baute, welches auch noch heute in fast unveränderter Form anzusehen ist. Errichtet wurde eine Vierflügelanlage mit 4 geschossigen Gebäudeteilen als Gebäudekomplex, welches einen ca. 160 Quadratmeter großen Innenhof beheimatet. Besonders hervorzuheben ist das Eingangsportal, das von Pflasterpaaren flankiert wird und als Korbbogen ausgeführt wurde. Die eigentliche Namensgebung erhielt das Haus durch eine Weinstube, die in den 1920iger Jahren ihre Pforten öffnete und „Altes Kloster“ hieß. Die oberen Geschosse fanden Nutzung als Wohnraum oder Büros. Im zweiten Obergeschoss des unter Denkmalschutz stehenden Hauses war eine Fabrikationsstätte für Kleinlederwaren beheimatet.

Innenhof "Altes Kloster" bzw. Becksches Haus in der Klostergasse - 1753 bis 1755 erbaut
Innenhof „Altes Kloster“ bzw. Becksches Haus in der Klostergasse – 1753 bis 1755 erbaut

Klostergasse 3

Das angrenzende Nachbarhaus mit der Nummer 3 hat eine etwas kürzere Geschichte und wurde für die Leipziger Bank in den Jahren 1863 bis 1865 im Stil der Frührenaissance errichtet, wobei das Erdgeschoss sowie die Untergeschosse 1905 für eine Nutzung als Gaststätte umgebaut wurden. 1920 übernahm die Paulanerbrauerei aus München das Gebäude und betrieb ein Wirtshaus in selbigem. Jenes wurde zu DDR Zeiten durch die HO betrieben. Kurz nach der Wende ging die Leitung wieder an das Münchener „Paulaner Bräu“.

Beide Gebäude wurden im Jahr 1992 gemeinsam saniert, einer Restaurierung unterzogen und sind daher unter dem Namen „Paulaner Palais“ bekannt. Jene Brauerei eröffnete 2007 das bekannte Restaurant im Haus Nummer 5, wobei auch der Innenhof als Freisitz und für Veranstaltungen genutzt wird.

Paulaner Palais in der Klostergasse 3 und 5
Paulaner Palais in der Klostergasse 3 und 5

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